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Was sind Glaubenssätze?

Wenn wir unsere negativen Glaubenssätze aufdecken, ist das ein Geschenk!

 

In diesem Artikel lernst du, welchen Einfluss negative Glaubenssätze auf unser Leben haben, wie du sie erkennst und was du mit ihnen machen kannst. 

 

Auf einmal können wir die Welt durch andere Augen sehen. Nicht immer. Und nicht immer einfach. Aber wenigstens hin und wieder. Und damit kann sich schon viel verändern. Denn so haben wir die Chance, hin und wieder Situationen anders wahrzunehmen. Zu erkennen, dass wir nicht immer noch mehr und noch mehr machen müssen. Dass wir genügen. Dass uns nicht immer alle nur Böses wollen. Dass wir nicht alles perfekt machen MÜSSEN. Dass wir Dinge versuchen dürfen, auch wenn wir Angst vorm Scheitern haben.

 

Glaubenssätze sind Überzeugungen über die Welt, die wir in uns tragen. Sie geben uns Orientierung und helfen uns, uns zurecht zu finden.

 Wir tragen positive und negative Glaubenssätze in uns. Sie haben sich zum Großteil im Kindesalter entwickelt. Teilweise haben wir sie von Bezugspersonen übernommen, teilweise haben sie sich aus Situationen heraus entwickelt.

 

Unser Kind traut sich, auf etwas hinaufzuklettern, wovor es vorher große Angst hatte. Vielleicht hat es dafür sogar (unbewusst) geübt. Oder es nimmt allen Mut zusammen und kauft das erste Mal allein etwas in der Bäckerei. Oder es versucht einen Knoten zu machen, scheitert, ist frustriert und übt weiter. Dann können wir da sein und sagen: Wow! Du hast es geschafft! Du hast geübt, dich deiner Angst gestellt, warst ganz mutig! Du kannst alles schaffen, was du willst! Und vielleicht entwickelt unser Kind daraus den positiven Glaubenssatz, dass es alles schaffen kann.

 

Schaffen wir es, unser Kind im Gefühlssturm zu begleiten, signalisieren, dass die Gefühle erlaubt sind und stehen vielleicht anschließend noch für eine liebevolle Umarmung bereit, kann unser Kind mit den Glaubenssätzen hervorgehen:

Ich bin gut so, wie ich bin.

All meine Gefühle sind erwünscht.

Meine Gefühle sind richtig.

Ich bin richtig.

Ich werde geliebt.

 

Haben wir hingegen erlebt, dass einige unserer Gefühle unerwünscht waren oder dass wir lieb und brav sein mussten oder dass wir still sein mussten, nicht so viel zappeln durften, uns mal zusammenreißen sollten, sind daraus sehr wahrscheinlich Glaubenssätze entstanden wie

Ich bin nicht gut, so wie ich bin.

Ich bin nicht richtig.

Ich genüge nicht.
Meine Gefühle sind unterwünscht.

So wie ich bin, bin ich unterwünscht.

 

Unsere negativen Glaubenssätze sind an so ziemlich all unseren Problemen und Konflikten im Leben beteiligt. Denn sie triggern unsere alten Gefühle. Und das ist uns in der Situation gar nicht bewusst. Es geht ja hier schließlich gerade um den Müll/ die Wäsche/den Abwasch.. Die ursprünglichen Bedürfnisse nach Sicherheit, Geborgenheit, Liebe und Angenommenwerden bleiben weiter unerfüllt, denn sie werden verschleiert.

 

Nehmen wir im Konfliktmoment wahr, dass wir gerade wegen einem unserer typischen Glaubenssätze so intensiv reagieren, entsteht eine Tür in die Realität. Die Realität, in der wir erkennen, ob es hier gerade wirklich dieses akute Problem gibt, wegen dem wir hier in den Kampf gehen. Oder ob wir aus einer alten Not heraus handeln.

 

Vielleicht können wir erkennen, dass wir gerade nur schreien, weil wir immer noch die Angst haben, nicht gehört zu werden. Dass wir uns hier vor allem verausgaben, weil wir meinen, wenn wir nur immer noch mehr und noch mehr machen, würden wir uns doch endlich angenommen und geliebt fühlen. In diesem Bestreben, in dieser Überlebensstrategie hängen wir fest.

 

Der Partner*die Partnerin kommt nach Hause und würdigt nicht, was wir alles geleistet haben. Wir werden sauer, weil wir Anerkennung und Wertschätzung wollen. Wir wollen gesehen werden. Da liegt der Konflikt nicht fern. Denn wir haben ja gelernt, dass uns andere unsere Bedürfnisse erfüllen sollen. Am besten sollen sie die auch gleich noch erraten. Denn wir kennen sie auch nicht. Wir dürfen also lernen, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, sie zu erkennen. Damit wir sie dann erfüllen können. Selbstständig. Und wenn du merkst, dass Anerkennung und Wertschätzung dein Thema sind, dann schenke sie dir selbst! Nimm dich in den Arm und sage dir, dass du siehst, was du alles leistest, zähle dir die Dinge auf und schätze, was du alles gibst.

 

Wie du Glaubenssätze identifizieren kannst

Lies die folgenden Sätze. Spüre hin. Auf welche Sätze reagiert dein Körper? Mit welchen Sätzen resonierst du? Welche Sätze docken bei dir an? Suche dir die Sätze heraus, die dich besonders berühren, etwas mit dir machen oder dich vielleicht an etwas erinnern. Vertraue deinem Körper und seinen Reaktionen. Markiere oder notiere dir diese Sätze. (Es gibt kein richtig oder falsch oder zu viel oder zu wenig.)

 

Kernglaubenssätze

Gehe nun deine Sätze durch und spüre nach, welche dir (jetzt gerade) besonders nah sind, dich besonders berühren. Wäge ab, welcher Satz mehr, welcher weniger mit dir macht. So lange bis noch etwa 1-3 Kernglaubenssätze übrig bleiben. 

 

Im nächsten Konflikt kannst du dann vielleicht mal ganz vorsichtig hinschauen, ob dich da ganz eventuell ein Glaubenssatz geleitet hat. Und wenn du erkennst, dass deine Glaubenssätze tatsächlich öfter mal eine Rolle spielen, kannst du auch gern anfangen, ihnen etwas entgegenzustellen. Denn sie müssen nicht diese Macht über dich haben. Diese Sätze sind Gedanken. Unsere Gedanken formen unsere Realität. Du kannst entscheiden, andere Gedanke zuzulassen, daneben zu stellen oder entgegen zu stellen.

 

Affirmationen

Affirmationen sind positive Glaubenssätze. Du kannst willkürlich Sätze konstruieren und sie wie ein Mantra üben. Du kannst aber auch gezielt positive Formulierungen aus deinen negativen Glaubenssätzen heraus kreieren. Die können leichter bei dir anknüpfen, weil ein Teil dieses Satzes eh schon in dir wohnt.

 

Beispiele:

Ich darf keine Schwäche zeigen. vs. Ich darf Fehler machen. Ich darf mir Hilfe holen. 

Ich muss es allen recht machen. vs. Ich bin nur für meine Gefühle verantwortlich. Ich darf für mich sorgen.

 

Diese Affirmationen kannst du üben, um sie so zu verinnerlichen. So wie du auch die negativen Sätze geübt und verinnerlicht hast. Du hast das Recht auf eine andere Sichtweise.

 

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